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Das Wasserrad »Kamšt von Idrija« und Grubenlokomotiven

Im Bergbau und in der Technik im Allgemeinen nimmt das Abpumpen des Grubenwassers eine äußerst wichtige Stelle ein. Weil das Bergwerk stets dem neuesten Stand der Technik folgte, wurde im Rahmen der großzügigen Modernisierung des Bergwerks nach der Verstaatlichung am Ende des 16. Jahrhunderts der Fluss Idrijca oberhalb vom See Divje jezero eingedämmt. Von hier wurde dann ein 3,5 km langer Kanal erbaut, den man »Rake« nannte und der das Wasser ans Holzwasserrad führte und das große Holzrad im Zentrum von Idrija antrieb. Die erhalten gebliebene »Kamšt« – die wassergetriebene Pumpe zum Abpumpen des Grubenwassers (der Name leitet sich vom deutschen Wort „Wasserkunst“ ab) stammt aus der Zeit des außerordentlichen Aufschwungs des Bergwerks von Idrija am Ende des 18. Jahrhunderts, als man mit der Ausgrabung des Josef-Schachtes anfing. »Kamšt« war im Jahr 1790 errichtet und stand bis 1948 in Betrieb.

Im gemauerten Gebäude befindet sich das Kunstrad mit Schaufelkammern und einem Durchmesser von 13,6 m, das als das größte erhalten gebliebene Holzwasserrad dieses Typs in Europa gilt. Die Wellendrehung wurde durch die Kurbel, die Korbstange und das Feldgestänge mit einer Länge von 75 m über zwei Kunstkreuze an die Stangenkunst übertragen. Das Abpumpen verlief in drei Stufen; Kolbenpumpen befanden sich auf der XI., der IX. und der III. Sohle. Eine davon wird vor dem Gebäude auch ausgestellt. Das Kunstrad drehte sich vier- bis fünfmal pro Minute und die Pumpenleistung belief sich auf ca. 300 l Wasser pro Minute aus einer Tiefe von 283 m. Das ist die einzige derartige Pumpe in Slowenien, die an ihrem ursprünglichen Ort steht. Der Damm am Fluss Idrijca »Pri Kobili« und der 400 Jahre alte Wasserkanal »Rake« dienen noch heute zur Treibwasserzufuhr ins Wasserkraftwerk »Mesto« in Idrija.

Grubenlokomotiven

In der ehemaligen Ladestation der Josef-Schacht-Seilbahn sind vier Lokomotiven und fünf Erztransportwagen ausgestellt.

Das Bergwerk von Idrija ließ Mitte des 19. Jahrhunderts (um etwa 1850) eine Pferdeeisenbahn zur Erzbeförderung von den Schächten bis zum Hüttenwerk errichten. Zum Erztransport wurden große als Pferdewagen bezeichnete Holzgüterwagen eingesetzt. Ein solcher Wagen hatte sich erhalten und gilt als der älteste erhalten gebliebene Pferdeeisenbahnwagen in Slowenien.

Durch die Erfindung der Spannungswandler wurde der Weg zur Entwicklung von elektrischen Straßenbahnen gebahnt. Das Erscheinungsbild der Straßen von Idrija und des damaligen spärlichen Straßenverkehrs wurde gut ein halbes Jahrhundert durch die Grubenbahn geprägt. Die Pferdebahn wurde 1902 durch zwei Elektrolokomotiven des Wiener Herstellers Siemens&Halske ersetzt, die zum Erztransport vom Josef-Schacht nach Bašerija (Brech- und Klassierwerk) dienten. Zum Erztransport aus Bašerija ins Hüttenwerk wurden ebenso 1902 zwei weitere große Elektrolokomotiven für eine Gleisbreite von 1000 mm desselben Herstellers beschafft. Die Streckenlänge vom Josef-Schacht bis Bašerija betrug 700 m und von hier bis zum Hüttenwerk noch weitere 850 m, insgesamt also 1550 m. Die beiden Lokomotiven sind die ältesten erhalten gebliebenen Elektrolokomotiven in Slowenien.

Zum Erztransport innerhalb des Hüttenwerks beschaffte das Bergwerk 1912 zwei Benzinlokomotiven für eine Gleisbreite von 500 mm des Herstellers Deutz Werke. 1916 wurde noch eine weitere Lokomotive desselben Herstellers beschafft, die bis heute erhalten geblieben ist.

Am 31. Januar 1957 fand der letzte Erztransport mit der großen Elektrolokomotive statt. Schon am Folgetag wurde eine 1100 m lange Seilbahn von der neuen Ladestation bis zu dem oberhalb des Hüttenwerks liegenden Brech- und Klassierwerk in Betrieb gesetzt.
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Kamšt-Gebäude mit dem das Holzwasserrad
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Kamšt-Gebäude unter Österreich
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Kamšt stand bis 1948 in Betrieb

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Kurbel, Feldgestänge
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Ausblick auf Kamšt und Josef-Schacht
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Holzwasserrad mit einem Durchmesser von 13,6 m

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Zufuhrrohr für Treibwasser
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Wasserkanal – Rake
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Kleine Elektrolokomotive während ihres Betriebs

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Erztransport auf der XI. Bergwerkssohle
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Erztransportwagen als Museumsexponat
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Kleine Elektrolokomotive als Museumsexponat